Fußballpsychologie beim DFB I

1 Stunde vor der Eröffnung des DFB Wissenschaftskongresses
1h vor Anpfiff des Kongresses

"Fußball trifft Wissenschaft." lautete das Motto des diesjährigen 2. DFB Wissenschaftskongresses, den ich Ende Januar besuchte. Auf der Tagesordnung standen sportmedizinische, trainingswissenschaftliche und sportpsychologische Themen. Aus sportpsychologischer Perspektive waren vor allem die Vorträge von Jens Kleinert über Emotionen im Nachwuchssport, von Hans Dieter Herrmann über Teamentwicklung, sowie der Workshop von Jan Mayer zur sportpsychologischen Diagnostik die Highlights des Kongresses.

In der einführenden Podiumsdiskussion nannte Robin Dutt, Sportdirektor des DFB, zwei für ihn bedeutsame Themen der sportpsychologischen Betreuung im Nachwuchsleistungssport - die emotionale Regulation und die Optimierung der Wettkampforientierung. Ich nehme an, dass Dutt diese Themen dem Schwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung zuordnet, die eine der Hauptsäulen der DFB-Nachwuchsarbeit bildet. Das DFB-Nachwuchskonzept findet ihr hier.

Podiumsdiskussion beim DFB Kongress
Podiumsdiskussion beim DFB Kongress

Jens Kleinert, Professor für Sportpsychologie an der Sporthochschule Köln, griff die emotionale Regulation in seinem Vortrag "Stärkung psychologischer Kompetenzen zur Bewältigung emotionaler Beanspruchungen" auf. Anfangs stellte er die offene Frage, was die viel geforderte Persönlichkeitsentwicklung denn überhaupt genau beinhalte. Zu oft falle dieses Schlagwort ohne konkrete Maßnahmen, wie die Persönlichkeit denn optimal gefördert werden könne. Seiner Auffassung nach spielt der Umgang mit Emotionen eine tragende Rolle in diesem Kontext.

Wichtig sei es, so Kleinert, dass der Sportler stets sein emotionales Gleichgewicht wiederherstelle. Hierbei sei die Qualität des Schlafs ein zuverlässiger Indikator für den "emotionalen Akku", denn gerade im Schlaf würden wir Emotionen des Tages über Sieg und Niederlagen verarbeiten. In diesem Zusammenhang empfahl Kleinert die Sport-Version des Erholungs-Belastungsfragebogen von Kellmann und Kallus. Dieser Fragebogen eigne sich hervorragend für ein kontinuierliches Belastungsmonitoring. Über diesen Fragebogen, findet Ihr weitere Ausführungen in meinem Artikel zur sportpsychologischen Diagnostik. Teil 2 meines Berichts vom DFB-Wissenschaftsberichts findet Ihr hier.

Jens Kleinert beim DFB Kongress
Jens Kleinert beim DFB Kongress

Einleitend beschrieb er Emotionen als wichtige Hinweise auf die persönliche Bedeutsamkeit der Situation, oder anders: Emotionen seien immer ein Signal, dass die Situation dem Sportler wichtig sei. Das Erleben von Emotionen sei eine wichtige Voraussetzung für die Leistungserbringung, unabhängig, welche Emotion es sei. Diese Anregung fand ich sehr interessant, denn zu oft werden negative Emotionen wie z.B. Ärger oder Angst als ungünstige emotionale Zustände bezeichnet, die lehrbuchmäßig reguliert werden müssen. Dabei kann können Ärger oder Angst unter Umständen auch eine positive Wirkung auf die Leistung haben.

 

Zumindest haben Trainer und Mitspieler die Gewissheit, dass die Situation dem Spieler persönlich bedeutsam ist, wenn sich dieser wütend ein Wortgefecht mit dem Gegner liefert. Meiner Meinung nach sollten dann die Spiel-Folgehandlung und die Wirkung auf seine Mitspieler im Vordergrund der Bewertung der emotionalen Reaktion stehen.

Autor: Nils Gatzmaga

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Kommentare: 2
  • #1

    Felix Sampson (Freitag, 03 Februar 2017 12:09)


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