Zum Saisonstart: Jagd auf die "Rumpelbayern"

Blick auf den Fußballplatz

Die Euphorie der grandiosen WM unserer Fußballnationalmannschaft ebbt so langsam ab, auch wenn man sich immer wieder gerne an diese tollen Wochen zurück erinnert. Doch der Fußballalltag mit Bundesliga, Pokal und internationalem Geschäft rückt wieder mehr und mehr in den Fokus der Fußballnation Deutschland. Vor allem die Bayern stehen unter besonders genauer Beobachtung, fehlen ihnen doch in der Vorbereitung die WM-Stars um u.a. Müller, Schweinsteiger und Robben. Tut sich da eine Chance auf für die Verfolger aus dem Ruhrpott?

Bundesligastart: Jagd auf die „Rumpel-Bayern“ die richtige Motivationstechnik?

Die Euphorie der grandiosen WM unserer Fußballnationalmannschaft ebbt so langsam ab, auch wenn man sich immer wieder gerne an diese tollen Wochen zurück erinnert.

Doch der Fußballalltag mit Bundesliga, Pokal und internationalem Geschäft rückt wieder mehr und mehr in den Fokus der Fußballnation Deutschland.

Vor allem die Bayern stehen unter besonders genauer Beobachtung, fehlen ihnen doch in der Vorbereitung die WM-Stars um u.a. Müller, Schweinsteiger und Robben. Man liest dementsprechend häufig momentan von der „einmaligen“ Chance der Konkurrenz diesen Nachteil zu nutzen und verweist auf die Saison 2006/2007, sowie 2010/2011 in denen die Bayern, bei Weltmeisterschaften schon traditionell, viele Nationalspieler stellten und durch die allgemein unrund ablaufende Vorbereitung die deutsche Meisterschaft nicht gewinnen konnten. Man fragt sich schon innerlich: Ist es nun an Klopp und Keller zum Angriff zu blasen?

 

Ich möchte diese Situation mit einer gewissen Distanz aus sportpsychologischer Perspektive betrachten:

Zuerst einmal ist es für einen Sportler, oder eine Sportmannschaft relativ unbedeutend was in den Medien für Theorien und Gerüchte kursieren. Die Spieler von Borussia Dortmund werden sicherlich in der Kabine mal darüber reden was da momentan bei den Bayern abläuft, aber für die Arbeit von Kloppo und seinen Jungs hat das keinen direkten Effekt. Die Saisonvorbereitung ist die Phase in der Saison, wo Trainer und Spieler den Fokus hauptsächlich auf die eigenen Schwerpunkte setzen. Dadurch, dass neue Spieler dazu kommen steht der Integrationsprozess dieser in mannschaftliche Abläufe, Mannschaftstaktik, sowie in den Verein und das Umfeld im Vordergrund. Des Weiteren werden konditionelle Grundlagen für die Saison gelegt. Diese Phase des Trainings hat eine große Bedeutung, denn von intensiver Arbeit in den Monaten Juli/August profitiert ein Team im ganzen Saisonverlauf.

Punkt Zwei der gegen eine zu hohe Fokussierung auf die Bayern durch die Konkurrenz spricht befasst sich mit der „Anatomie der Zielsetzung“. Am Anfang einer Saison formuliert ein Verein ein Saisonziel. Dieser Prozess ist aus psychologischer Sicht sehr wichtig und es macht Sinn sich mit diesem kurz auseinanderzusetzen.

Es gibt nicht „ein“ Ziel! Sinnvolle Ziele werden in kleinen Etappen formuliert, man spricht von sogenannten Prozesszielen. Diese Prozessziele sind insofern wichtig, als dass sie Aufschluss darüber geben, ob ein finales Ziel (zum Beispiel direkte Champions-League Qualifikation) realistisch erreichbar ist. Im Fußball wird dann häufig die Floskel bedient „ Wir werden uns nun zusammen setzen und in aller Ruhe analysieren“. Praktisch bedeutet das: Wo stehen wir mit unserem Prozesszielen in Hinblick auf unser Outcome-Ziel. Dabei fokussiert man sich auf den eigenen Verein, den nur die Arbeit in diesem ist kontrollierbar!

 

Der dritte und letzte Punkt, der gegen eine übermäßige Fokussierung von den erweiterten Meisterschaftskandidaten Dortmund und Schalke auf die Bayern spricht, beschäftigt sich mit der „Anatomie der Motivation“. Klar ist: Die Tatsache, dass die Bayern keine optimale Vorbereitung haben, kann motivational genutzt werden. So können die Dortmunder einen positiven Nutzen daraus schlagen und mit breiter Brust ins Supercup Finale gehen und die Schalker freuen sich möglicherweise über den frühen Saisonzeitpunkt (2. Spieltag) an dem man auf die Bayern trifft. Es gibt jedoch ein Aber! Zielsetzung und Motivation sind sehr eng miteinander verknüpft. Damit die Motivation hoch bleibt braucht es sportlichen Erfolg einerseits, aber vor allem auch eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung und wie ich diese interpretieren kann. Soll heißen: Dortmund und Schalke sind gut darin beraten ihre eigenen Entwicklungen zu betrachten, Testspiele zu analysieren um Fortschritte zu erkennen und den Spielern Feedback über Leistungen zu geben. Nur so kann die individuelle Leistungsfähigkeit nachhaltig gestärkt werden. Durch erhöhtes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten baut sich Motivation auf; nicht durch ständiges Auseinandersetzen über potentielle Schwierigkeiten der Konkurrenz in der Saisonvorbereitung.

Fazit

Drei Punkte, die aus sportpsychologischer Sicht klar gegen eine erhöhte Fokussierung der anderen Bundesligateams auf die Bayern sprechen. Es handelt sich bei diesem Thema sicherlich auch mehr um eine Mediendiskussion, die in den betreffenden Vereinen eher eine untergeordnete Rolle spielt.

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