Unsere Vorschau: Deutschland - Polen

In unserer Vorschau auf das 2. Gruppenspiel gegen Polen greifen wir noch einmal die Schwerpunkte aus unserer Analyse aus dem 1. Spiel gegen die Ukraine auf:

  • Offensive Kreativität und Variabilität
  • Stärke der Führungsspieler
  • Anfälligkeit gegen den Ball

Gerade der letzte Punkt wird gegen die offensiv deutlich gefährlicheren Polen entscheidend sein. Es geht also vor allem defensiv darum, aus den Erfahrungen die richtigen Schlüsse zu ziehen, klare individuelle und kollektive Handlungsstrategien gegen den Ball abzusprechen und diese dann im Wettkampf umzusetzen. Hier geht es zur Vorschau!

Die Optimierung des Defensiv-Verhaltens

In der Spielanalyse haben wir dargestellt, warum genau diese Anfälligkeit gegen den Ball sehr hilfreich und nützlich für die Mannschaft gewesen ist. Die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Gruppenspiel konnte das Trainerteam nun effektiv nutzen, um die kritischen Situationen gegen den Ball aufzuzeigen und effektivere Lösungswege und Verhaltensweisen aufzuzeigen. Aus Fehlern lernt man bekanntermaßen am besten und bei der Qualität der deutschen Mannschaft kann davon ausgegangen werden, dass sich die gesamte Mannschaft defensiv gefestigter zeigen wird. Durch den möglichen Einsatz von Mats Hummels käme ein weiterer stabilisierender Faktor hinzu. Hummels punktet nicht nur durch seine exzellenten Fertigkeiten im Spielaufbau, Spielübersicht und Stellungsspiel; die Reihe Hummels-Boateng-Höwedes vor Keeper Manuel Neuer spielt seit der U21 EM im Jahre 2009 sehr erfolgreich zusammen und war vor zwei Jahren einer der Garanten für den Erfolg in Brasilien.

Die Rückkehr an den Ort der Anschläge

Des Weiteren waren die Anschläge vom 13.11.2015 im und um das Pariser Stadion während des Testspiels Frankreich-Deutschland ein vor allem in den Medien sehr präsentes Thema. Hierzu sei noch mal auf unser Radiointerview beim Berliner Radio Paradiso verwiesen. Inwieweit das umfassende Thema Sicherheit die Mannschaft beschäftigt antwortet Jerome Boateng sehr passend und professionell. Er beschrieb den Aufgabenfokus und Wettkampfmodus, den die Spieler in einem solch wichtigen EM-Spiel besitzen. Man befasse sich mit den relevanten Aspekten, die zur erfolgreichen Bewältigung des Spieles wichtig sind. Diese Form der Konzentration ist einerseits unabdingbar um optimal vorbereitet in ein Spiel zu gehen; auf der anderen Seite hilft es dem Spieler auf natürliche Weise dabei seine Gedanken zu ordnen und nicht in ablenkende Gedankenmuster zu verfallen.

Von der richtigen Balance aus Emotion, Adrenalin und Konzentration

Polen ist keineswegs ein Gegner, den man unterschätzen sollte. Die EM-Qualifikation hat gezeigt, dass sie über eine spielstarke Mannschaft verfügen mit einer großen Offensivqualität. Allerdings ist der Unterschied zwischen Qualifikation und Turnier immer dann immens groß, wenn der emotionale Umgang ein grundsätzlich anderer ist. Gut zu beobachten war dies bei der französischen, belgischen und österreichischen Nationalmannschaft beim Turnierauftakt. Wenn der unbedingte Wille diesen einen Gegner zu schlagen und/oder der eigene emotionale Level (hoher Adrenalinspiegel, sehr hohe gefühlte Verantwortung fürs eigene Land, u.a.) den Aufgabenfokus aus der Konzentration verdrängt, dann hat das zumeist sehr verheerende Auswirkungen auf die Leistung. Das Spiel Brasilien-Deutschland bei der WM 2014 bleibt dafür ein Beispiel par Excellence.

Unser Fazit

Die polnische Nationalmannschaft wird ihren Ehrgeiz eine deutsche Nationalmannschat auch in einer Europameisterschaft zu besiegen in sinnvolle Motivation und Anstrengung umwandeln und höchstwahrscheinlich nicht ihren Emotionen zum Opfer fallen. Demnach ist ein spannendes Match zu erwarten, wo die Erfahrung und Qualität der deutschen Mannschaft sich durchsetzen wird: Deswegen hier der psychologische Tipp: 2-0 Deutschland.

 

In diesem Sinne, Allez les Noirs-Blancs

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